Mit dem Nachtwächter unterwegs

 

Ein Nachtwächter in seinem mittelalterlichen Gewand begrüßte uns vor dem Alten Rathaus. Wir spazierten mit ihm durch die Hofgasse zum Alten Markt, der früher das Zentrum von Linz war.

Er erzählte uns vom Leben im Mittelalter, von der Körperpflege damals (Badgasse). Es war früher modern sich Holzzähne anfertigen zu lassen, mit denen man allerdings nicht gut beißen konnte (Zahnbrecherhaus).

Er berichtete vom Markt und von den Zunftzeichen, vom alten Waaghaus und dass Händler, die schlechte Ware verkauften, streng bestraft wurden.

 

Der Nachtwächter erzählte uns auch von den Aufgaben eines echten Nachtwächters im Mittelalter: Die 6 Stadttore wurden jeden Abend von ihm geschlossen und am Morgen wieder geöffnet. Von den Türmen wurde am Abend ein Signal geblasen, damit die Menschen wussten, dass alles in Ordnung war.

Das war das Nachtwächterlied:

Hört ihr Herrn und lasst euch sagen,

unsere Glocke hat zwölf geschlagen.

Bewahrt das Feuer und das Licht!

Gebt acht, dass euch kein Unglück geschieht!

 

An der guten Ausrüstung, die der Nachtwächter trug, merkte man, dass Linz eine reiche Stadt war.

 

Am Ende kamen wir zum Pfarrplatz und zur Stadtpfarrkirche.

Wir stiegen viele steile Stufen hinauf auf den Turm. Unterwegs – in der Glockenstube – betrachteten wir die schweren Glocken. Ganz oben war die Türmerstube, in der der Türmer mit seiner Familie wohnte. Seine Kinder mussten jeden Tag alle Stufen hinunter zur Schule gehen und wieder hinauf.

In einer Höhe von 60 Metern konnten wir vom Balkon aus rundherum auf die Stadt Linz blicken.